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ConneXion

Die 2007er Tour ging nach Ungarn

Bericht von der Tour

Nordhorn/Budapest. Nachdem das Vorfestival in Budapest für ConneXion abgeschlossen war, gestaltete sich das Hauptfestival in Székesfehérvár zunächst chaotisch. Die Musiker der Nordhorner Musikschule standen nicht auf dem Programmplan. Der Fehler lag bei der Festivalleitung, die offensichtlich mit der Organisation der vielen Konzerte und der Unterbringung von fast 8000 Musikern überfordert war. Jedenfalls schien ConneXion zunächst vergessen worden zu sein. Hecktisch und um Schadensbegrenzung bemüht, kümmerten sich die Organisatoren um Übernachtungsmöglichkeit und Konzerteinsätze für ConneXion. Im Laufe des ersten Tages überschlugen sich dann die Informationen und Ereignisse. Fast im Minutentakt wurden Konzertpläne und Spielorte geändert. Da die beiden ungarischen Betreuer, die dem Nordhorner Ensemble zur Seite gestellt wurden, kaum deutsch oder englisch verstanden, gestaltete sich die Kommunikation recht schwierig. Die Informationen über Änderungen im Programmablauf erreichten die Leiter der Gruppe, Wolfgang Brand, Ivo Weijmans nicht oder spät.

Am Morgen des letzten Tages stiegen die Musiker in den Bus, um sich für das Abschlusskonzert zur der Bühne zu begeben, die für ConneXion mittlerweile vorgesehen war. Da stellte sich plötzlich heraus, dass die Festivalleitung offensichtlich wieder umdisponiert hatte und ConneXion für einen Auftritt auf der Hauptbühne vorgesehen hatte. Dort angelangt, schien das Chaos noch größer zu werden. Schließlich stimmte von dem ursprünglichen Programmablauf der Hauptbühne durch die Umdisponierungen kaum noch was. Hunderte von Musikern diskutierten miteinander, die Leiter der Orchester liefen Kopf schüttelnd durch die Masse an Musikern und Instrumenten die vor, neben und hinter der Bühne auf ihre Einsätze warteten. Die ungarischen Organisatoren hatten alle Hände voll zu tun. Im Minutentakt klingelte das Handy und mit roten Köpfen liefen sie von einer Gruppe zur anderen um die Spielzeiten für jedes Orchester neu festzulegen.

Endlich konnte das Ensemble der Nordhorner Musikschule gegen 11 Uhr auf die Bühne um ihr Projekt, „ConneXion 007“, das extra für das europäische Musikfestival in Ungarn komponiert und produziert wurde, dem ungarischen Publikum vorstellen. Viele der Zuhörer im Publikum waren Mitglieder der anderen Orchester. Aufmerksam verfolgten die Zuhörer das 30-minütige Stück, auch weil die Stagemanagerin auf ungarisch die Nordhorner Gruppe ankündigte und die Besonderheit der Musik erläuterte. Der Auftritt gelang den 37 Musikern, die aus der Grafschaft und einige aus Dinkelland kommen, vorzüglich, sodass direkt im Anschluss Gespräche mit der Festivalleitung erfolgten. Diese, so hieß es, denkt über einen zweiten Auftritt für ConneXion nach. Man tauschte Handynummern und kündigte einen Anruf in 40 Minuten an. Als der dann kam, war die Sensation perfekt: ConneXion, aus der kleinen Grafschaft, soll zum Abschluss der Konzerte auf der Hauptbühne - nach so namenhaften Orchestern wie z. B. dem Sinfonieorchester der Republik Tschechien und dem Jugendsinfonieorchester von Österreich - als Topact spielen.

Zum Abend war es also der Auftritt von ConneXion, der für das europäische Musikfestival in Székesfehérvár den musikalischen Schlusspunkt von immerhin 55 Orchestern und 1100 Musikern bildete. Der zweite Auftritt gelang nach Einschätzung des Dirigenten und Komponisten Ivo Weijmans noch besser als der erste. So verwunderte es nicht dass Ton- und Bühnentechniker, die Festivalleitung, sowie Leiter von den anderen Orchestern nach dem Auftritt voller Lobesworte zur Bühne kamen und eine CD vom Projekt haben wollten.

Neben der Musikschule in Budapest zeigte sich auch die Leitung der staatlichen Musikschule des Fürstentums Lichtenstein interessiert, eine Partnerschaft mit der Nordhorner Musikschule aufzubauen. Warum ConneXion den anderen Ensembles vorgezogen wurde, erfuhr Johannes Strzyzewski, Leiter der Musikschule Nordhorn, nach den Konzerten: „Die meisten Ensembles spielen Musik aus ihrem Repertoire. ConneXion spielt eigene Musik mit Elementen und Musikern aus verschiedenen Ländern. Die Gruppe passt zu dem, was wir uns unter einem Europäischen Musikfestival vorstellen, am besten. Davon hätten wir uns noch mehr gewünscht.“, verriet der für die Hauptbühne verantwortliche Veranstaltungstechniker.