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Stärker nach außen wirken

Neue Westfälische vom 8.5.2008

Foto: Christian Weische

Neuer Leiter der Musik- und Kunstschule vorgestellt

Bielefeld (aut). An seinen schwer aussprechbaren Namen werden sich die Bielefelder erst gewöhnen müssen: Johannes Strzyzewski heißt der neue Leiter der Musik- und Kunstschule. Doch sein Ruf klingt verheißungsvoll: In Nordhorn, wo der 50-Jährige noch bis Juli die Musikschule leitet, wurde er mit zum „Bürger des Jahres 2006“ gewählt. Eine vielversprechende Auszeichnung, die zu dem passt, was Bielefeld von ihm erwartet.

„Wir wollen die Musik- und Kunstschule neu positionieren“, erklärte Dezernent Albrecht Peter Pohle gestern im Kulturausschuss des Rates: „Sie soll eigenständiger werden und stärker nach außen wirken.“ Mehr kulturelle Bildung und mehr Präsenz in der Öffentlichkeit wünschen sich Pohle und die Kulturpolitiker: „Wir müssen die Musik- und Kunstschule nicht verstecken und können mit dem Pfund wuchern.“

Strzyzewski kommt aber auch in einer schwierigen Situation. „Es ist keine Zeit für musische Bildung“, merkte Andreas Beaugrand (SPD) angesichts des G-8-Problems der Schulen an. Die Schüler haben angesichts des vollen Stundenplans und der offenen Ganztagsschulen kaum Freiraum. Beaugrand an den neuen Leiter: „Wenn Sie es trotzdem hinkriegen, schaffen Sie die Quadratur des Kreises.“ Gerd Kranzmann (SPD) regte deshalb eine engere Zusammenarbeit mit den Schulen an.

Strzyzewski will sich nicht bange machen lassen vor den Aufgaben: Ihn hat Bielefeld gereizt, weil die Kombination von Musik- und Kunstschule mehr Perspektiven biete und die hiesige Einrichtung größer als die in Nordhorn ist. Der Musikpädagoge, der in einer Künstlerfamilie aufgewachsen ist, leitete an der Musikschule Hilden den Fachbereich Popmusik, unterrichtete Querflöte, Gitarre sowie Musiktheorie und arbeitete als Komponist, in erster Linie von Filmmusik, ehe er 2003 nach Nordhorn wechselte.

Dass er in Bielefeld nur zweite Wahl war – die erst benannte Bianca Sitzius (Lahr) sagte ab – störe in nicht, sagte er: „Das ist für mich kein Problem.“ Im August soll er seine neue Stelle antreten.