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Die größte Muku in Deutschland

Westfalen Blatt vom 19.3.2009

5821 Schüler für Musik und Kunst

Von Burgit Hörttrich - Bielefeld (WB). Mit 5821 Schülern ist die Musik- und Kunstschule (Muku) Bielefeld die größte in Deutschland. Das sagte gestern deren Direktor Johannes Strzyzewski dem Kulturausschuss, dem er Perspektiven für die Einrichtung vorstellte.

Man stelle sich der demographischen Entwicklung, werde unter anderem Angebote für jedes Alter machen, eine Sommerakademie einrichten und Sparten übergreifend versuchen, auch einem erwachsenen Interessentenkreis etwas zu bieten.

Strzyzewski betonte, dass der Kostendeckungsgrad der Muku bei 49,3 Prozent liege: »Das ist ein guter Wert.« Die Einrichtung benötige einen Zuschuss in Höhe von 2,16 Millionen Euro. Schulgelder brächten Einnahmen von 1,4 Millionen Euro, durch Familien- und Sozialermäßigungen seien 2008 314 000 Euro weniger als wenn voll gezahlt worden wäre, in die Kasse geflossen. Der Direktor wies darauf hin, dass die Zahl der Ermäßigungsanträge kontinuierlich in den letzten Jahren angestiegen sei.

Die Personalkosten (105 Lehr- und drei Verwaltungskräfte) betrügen 2,9 Millionen Euro. Johannes Strzyzewski: »Das sind im Durchschnitt 16 809 Euro netto pro Mitarbeiter und Jahr.« Die Muku habe bereits 16 Kooperationen im Bereich der Offenen Ganztagsschulen geschlossen, hoffe auf eine Beteiligung an dem Programm »Jedem Kind ein Instrument«, das im Ruhrgebiet initiiert worden sei. Pilotprojekte seien bereits an den Grundschulen Ubbedissen, Bültmannshof und Stapenhorst gestartet bzw. geplant. Die Finanzierung müsse über Stiftungen, Sponsoren und Elternbeiträge erfolgen, so der Muku-Leiter. Ausgebaut werden soll der Bereich Popmusik, eingeführt werden sollen Gesang und Chor; die Muku werde in Kooperation mit dem Theater die Aufgabe der dort auslaufenden Singschul' übernehmen, erläuterte Strzyzewski.

Jeder junge Musiker soll zudem die Möglichkeit bekommen, in einem Ensemble mitspielen zu können. Dietrich Schulze, Leiter der Sparte Kunst, plant unter anderem einen Ausbau der Kursangebote etwa Samstags, um Eltern und Kindern die Möglichkeit zu geben, gemeinsam kreativ zu sein. Er wolle Bereiche wie Neue Medien, Computerdesign oder fürs Musical Tanz, Kostüm, Bühnenbild einführen oder neu beleben. Wichtig sei der Erhalt der Vielfalt sowohl bei Musik wie bei den künstlerischen Kursen und Workshops. Strzyzewski ist froh über Einnahmen wie Eintrittsgelder (84 000 Euro) oder Hilfen des Fördervereins (21 000 Euro): »Ohne ginge Vieles gar nicht.«